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Beratungszentrum Bundeswehr-Wirtschaft
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Katalysator in der Vernetzung von Bildungswegen PDF Drucken E-Mail

HwK Koblenz diskutiert mit Hochschulen in der Region und der Bundeswehr über Bachelor-Studiengänge

HwK- Hauptgeschäftsführer Dr. h.c. mult. Karl-Jürgen Wilbert (M.) begrüßte Repräsentanten aus Bundeswehr und Hochschulen zur Diskussion über Bachelor- Studiengänge für ausscheidende Soldaten auf Zeit.
HwK- Hauptgeschäftsführer Dr. h.c. mult. Karl-Jürgen Wilbert (M.) begrüßte Repräsentanten aus Bundeswehr und Hochschulen zur Diskussion über Bachelor- Studiengänge für ausscheidende Soldaten auf Zeit.

Koblenz. "Wir sehen unsere Aufgabe nicht nur darin, jungen Menschen durch die Vermittlung beruflicher Qualifikationen Perspektiven auf dem Arbeitsmarkt anzubieten, sondern auch darin, ihnen Lebensperspektiven zu eröffnen", begrüßte HwK-Hauptgeschäftsführer Dr. h.c. mult. Karl-Jürgen Wilbert Gäste aus dem Bundesministerium der Verteidigung und den Hochschulen in der Region Mittelrhein zu einem Meinungs- und Erfahrungsaustausch.

"Die Handwerkskammer Koblenz versteht sich durchaus als ein Katalysator in der Vernetzung von unterschiedlichen Bildungswegen", führte Wilbert weiter aus. "Wer sich beispielsweise nach seiner Handwerkslehre durch den Dienst in der Bundeswehr fachlich weiterqualifiziert hat und menschlich zur Führungspersönlichkeit gereift ist, dem sollten auch hochschulische Aufstiegsmöglichkeiten offen stehen." Davon würde nicht nur die Bundeswehr in ihrer Nachwuchsgewinnung profitieren. Auch die Hochschulen könnten in der Ansprache eines neuen Studentenkreises ihr Profil ausweiten. Der regionalen Wirtschaft erwachse ein zusätzliches Fachkräftepotenzial.

"Den eigentlichen Nutzen werden aber die jungen Leute erzielen, die zielstrebig ihre Berufs- und Lebensplanung anpacken", zeigte sich Wilbert überzeugt. Voraussetzung sei dabei, dass die Gesprächspartner die "unterschiedlichen Bildungswege kompatibel" machten. Die bewährte Zusammenarbeit mit der Bundeswehr bei der Beratung und Qualifizierung von Soldaten auf Zeit im "Beratungszentrum Bundeswehr-Wirtschaft" (BzBwWi) bilde dabei gleichermaßen die Basis für die Überlegungen wie die intensiven Kontakte über den "Förderkreis Wirtschaft und Wissenschaft in der Hochschulregion Koblenz/Vallendar" (FöWiWi).
Vielfalt der Berufs- und Lebenswege

An der Diskussion nahmen aus dem Bundesministerium der Verteidigung der stellvertretende Abteilungsleiter Personal-, Zentral- und Sozialangelegenheiten (PSZ), Generalmajor André Gubernatis, begleitet von Regierungsdirektor Dr. Joachim Göbbels und Oberstleutnant Thomas Freitag teil, die Universität Koblenz-Landau war durch ihren Präsidenten, Professor Dr. Roman Heiligenthal, und Dr. Wilma Rademacher-Draick vertreten, die Fachhochschule Koblenz durch Präsident Professor Dr. Peter Frings. Mit dem Hauptgeschäftsführer beteiligten sich seitens der HwK Koblenz Geschäftsführer Dr. Bernward Eckgold (Dezernatsleiter Berufsbildung) und Oberst d.R. Hans-Joachim Benner (Leiter BzBwWi) an dem Gespräch.

General Gubernatis beschrieb die Personengruppe, um die es bei den Überlegungen geht: Die Bundeswehr entlässt jährlich 18.000 Soldaten auf Zeit (SaZ), die über einen zivilen Berufsabschluss - u.a. auf Meisterebene - verfügen und zusätzlich aus ihrer militärischen Verwendung einen betriebswirtschaftlichen oder technischen Berufshintergrund mitbringen. Bei zwölfjähriger Verpflichtungszeit stehen ihnen zwei Jahre am Ende und noch einmal drei Jahre nach Ende der Dienstzeit zur zivilberuflichen Wiedereingliederung zur Verfügung. "Diese Soldaten sind über ihre bereits erworbenen Qualifikationen hinaus zur Leistung motiviert, da sie in der Regel Verantwortung für eine Familie tragen."

Eine Einschätzung, die die beiden Hochschulpräsidenten aus ihrer Erfahrung heraus teilen. "Sie gehören zu denen, die ihr Studium zügig durchziehen." Einig waren sich die Gesprächspartner auch, dass man die SaZ nicht ohne Vorbereitung "in das Studium schmeißen" könne und entsprechende Anpassungs- und Vorbereitungskurse "zur Kurierung der Sinus-Cosinus-Allergie" konzipiert werden müssten. Dafür schüfen gerade die Leistungen des Berufsförderungsdienstes der Bundeswehr (BFD) in Zusammenarbeit mit der Wirtschaft die notwendigen Voraussetzungen, so die Partner aus der Bundeswehr. Gleichzeitig müssten sich die Hochschulen auf den besonderen Erfahrungs- und Kenntnishorizont von SaZ einrichten, machte Wilbert deutlich: "Wer im Auslandseinsatz seinen Kopf für unser Gemeinwesen hinhält, muss die Gewissheit haben, dass ihm anschließend keine Steine in den Weg gelegt werden."
Impulse zum gegenseitigen Nutzen

"Die Hochschulregion Koblenz verfügt bereits über ein breit gefächertes Angebot an Studienmöglichkeiten", führte Professor Frings aus. Neben der Elektro- und Informationstechnik, dem Maschinenbau, der Betriebswirtschaft und den Sozialwissenschaften werden auch besondere Studiengänge wie technische Keramik oder Medizintechnik gelehrt. Aus den Anfängen einer Erziehungswissenschaftlichen Hochschule habe sich die Universität in Koblenz bereits deutlich breiter aufgestellt, führte Professor Heiligenthal aus. Angesichts der demografischen Entwicklung werde es für alle Hochschulen zu einer wirtschaftlichen Überlebensfrage, wie sie ihre Angebote attraktiv weiterentwickelten. "Das Bachelor-Konzept mit individueller Anrechnung von Vorleistungen und überschaubaren Zeitschienen bereichert unseren Campus enorm."

"Die Hochschule, die als erste einer neuen Zielgruppe geeignete Angebote unterbreitet, gewinnt auch als erste das Potenzial der Studenten. Koblenz als ein Bundeswehrstandort mit starken Führungskommandos bietet sich geradezu an, neue Wege zu beschreiten", so General Gubernatis, der dabei auch auf die in der Vergangenheit von HwK Koblenz und Bundeswehr gemeinsam und erfolgreich gestarteten Initiativen wie das Beratungszentrum für Soldaten verwies.

In der Folge werden Bundeswehr und Hochschulen gemeinsam mit der Handwerkskammer erste Modellfelder identifizieren und in beispielhaften Konzepten auf den Weg bringen. "Wir werden die Vernetzung unterschiedlicher Bildungswege als Chance für unsere Region nutzen und zum Standortvorteil weiterentwickeln", beschloss Hauptgeschäftsführer Wilbert die konstruktive Diskussionsrunde in der HwK Koblenz.

Informationen zu Fragen der Berufsbildung bei der HwK Koblenz, Tel.: 0261/ 398-224,
Fax: -994, E-Mail: Diese E-Mail Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, Sie müssen Javascript aktivieren, damit Sie es sehen können , Internet: www.hwk-koblenz.de

Informationen auch im Beratungszentrum Bundeswehr-Wirtschaft,
Tel.: 0261/ 398-126, Fax: -934, E-Mail: Diese E-Mail Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, Sie müssen Javascript aktivieren, damit Sie es sehen können

Letzte Aktualisierung / Stand der Information: 23.05.2006