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Beratungszentrum Bundeswehr-Wirtschaft
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Ehemalige SaZ geben der Wirtschaft Impulse PDF Drucken E-Mail

Seit 10 Jahren: Beratungszentrum Bundeswehr-Wirtschaft berät und qualifiziert Soldaten für den Zivilberuf – Einrichtung unter dem Dach der HwK Koblenz – IHKs Koblenz und Limburg seit fünf Jahren Mitträger

Kfz-Meister Rainer Ohlberger (l.) mit seinem ersten Lehrling Lars Gette, der inzwischen mitten in der Meisterprüfung steht. Foto: HwK
Kfz-Meister Rainer Ohlberger (l.) mit seinem ersten Lehrling Lars Gette, der inzwischen mitten in der Meisterprüfung steht. Foto: HwK

Erst Soldat, dann Unternehmer und Ausbilder. Bereits im neunten Jahr führt Rainer Ohlberger seinen 1a Autoservice in der Bendorfer Mühlenstraße. Mit Erfolg. Seinen Kfz-Meister hatte er im Rahmen der Feldwebel-Ausbildung gemacht. Ortswechsel: Elkenroth. Im Frühjahr 2008 übernimmt der ehemalige Versorgungsdienstfeldwebel Peter Henrichs die Landfleischerei Schütz und sichert damit ein Stück Zukunft in der Westerwaldgemeinde.

Was die beiden verbindet? Mit vielen hundert Soldaten auf Zeit (SaZ) haben sich Ohlberger und Henrichs frühzeitig um die berufliche Zukunft nach dem befristeten Dienst in der Bundeswehr gekümmert. Dafür haben sie die ihnen zustehenden Leistungen des Berufsförderungsdienstes der Bundeswehr (BFD) in Anspruch genommen. Darüber hinaus haben sie sich an das Beratungszentrum Bundeswehr-Wirtschaft (BzBwWi) mit Sitz im City-Büro der Handwerkskammer Koblenz gewandt, das am 4. August seinen zehnten Geburtstag feiert (eine Chronik mit Bildern, PDF, 650 kB).

Fleischermeister Peter Henrichs (3.v.l.), Ehefrau Eva (4.v.r.) und sein Team von der Landfleischerei Der Henrichs in Elkenroth. Foto: HwK
Fleischermeister Peter Henrichs (3.v.l.), Ehefrau Eva (4.v.r.) und sein Team von der Landfleischerei Der Henrichs in Elkenroth. Foto: HwK

„Als Einrichtung der Wirtschaftskammern stehen wir in unmittelbarem Kontakt zu unseren Betrieben. Wir kennen deren Anforderungsprofil an die Fach- und Führungskräfte, an denen es nicht erst durch den demografischen Wandel mangelt“, erläutert HwK-Mitarbeiter und Leiter des BzBwWi Hans-Joachim Benner. Als Oberst der Reserve kennt er beide Seiten – die der Wirtschaft und die der Bundeswehr. „Wir sehen uns in der Verantwortung für die jungen Leute, die nach ihrer Ausbildung in unseren Betrieben für einige Jahre als Soldaten in den Dienst des Gemeinwesens treten. Die Bundeswehr vermittelt ihnen Werte und Qualifikationen, sie üben verantwortungsvolle Aufgaben aus und kehren menschlich gereift in die Zivilwirtschaft zurück. Für sie haben wir modulare Bildungsgänge entwickelt, über die sie sich die vom Arbeitsmarkt geforderten Fachkenntnisse und -fertigkeiten, aber auch die Anforderungen im betrieblichen Arbeitsalltag aneignen.“

Und das sieht bei jedem anders aus. Für Meister Ohlberger beispielsweise stand die Unternehmerqualifikation „Betriebswirt des Handwerks“ im Vordergrund, ergänzt durch Kfz-technische Fachlehrgänge, immerhin haben sich ja während seiner fast 20 jährigen Bundeswehrzeit die Sicherheits- und Komfortsysteme in den Autos rasant entwickelt. Im dritten Jahr seiner Selbstständigkeit stellte er mit Lars Gette den ersten Lehrling ein, der inzwischen seine rechte Hand in der Werkstatt ist – als angehender Meister. Für Rainer Ohlberger seinerzeit ganz wichtig: Die Betriebsberater der Kammer unterstützten ihn bei der Existenzgründung und arbeiteten mit ihm die Unternehmenskonzeption und -finanzierung aus.

Massenermittlung, Kalkulation, Angebotserstellung, Installation: Dirk Bellinghausen (l.) als Führungskraft bei Elektro Schmitz in Wirges. Foto: HwK
Massenermittlung, Kalkulation, Angebotserstellung, Installation: Dirk Bellinghausen (l.) als Führungskraft bei Elektro Schmitz in Wirges. Foto: HwK

Für Peter Henrichs, der bereits als Soldat einen Partyservice im Nebenerwerb betrieb, ging es in der Berufsförderung vor allem um den Betriebswirt und die Meisterprüfung im Fleischerhandwerk. Gemeinsam mit Altmeister Konrad Schütz gestaltete er einen fließenden Generationswechsel in der Landfleischerei, der die Arbeitsplätze eines Gesellen und der Fachverkäuferinnen bis heute sichert. Inzwischen hat der Jungunternehmer ein Komplettangebot ausgebaut mit Bäckerei und Konditorei unter dem selben Dach, Bistrobereich mit Mittagstisch und einem Getränkeservice.

Es muss nicht immer die Selbstständigkeit sein, wie das Beispiel von Dirk Bellinghausen zeigt. Als Elektrogeselle kam er zur Bundeswehr und spezialisierte sich in seiner Feldwebellaufbahn auf die Mess-, Steuer- und Regeltechnik. Die Berufsförderung nutzte er für Meisterprüfung im Elektrotechnikerhandwerk, Betriebswirt des Handwerks, Fortbildungen in der Automatisierungstechnik und zum zertifizierten EIB-Partner. Dass er bei Elektro Josef Schmitz in Wirges eine Anstellung als Meister finden konnte, verdankt er wesentlich den Phasen der „Ausbildung am Arbeitsplatz“, die ihm die Experten des BzBwWi in den Gesamtplan integriert haben – eine risikofreie Lernzeit für den Arbeitgeber, der seine Fachkraft kennen lernen kann, und für den Arbeitnehmer, der gezielt und in Abstimmung mit dem Betrieb Bildungsinhalte für seine spätere Tätigkeit erarbeitet.

SaZ-Modell einer auf 15 Monate verkürzten Lehre im Handwerk: Im Rahmen der überbetrieblichen Ausbildungsteile programmieren die Feinwerkmechaniker Sascha Abels und Thomas Schulze (v.l.) im HwK-Kompetenzzentrum für Gestaltung, Fertigung und Kommunikation eine CNC-gesteuerte Fräse. Foto: HwK
SaZ-Modell einer auf 15 Monate verkürzten Lehre im Handwerk: Im Rahmen der überbetrieblichen Ausbildungsteile programmieren die Feinwerkmechaniker Sascha Abels und Thomas Schulze (v.l.) im HwK-Kompetenzzentrum für Gestaltung, Fertigung und Kommunikation eine CNC-gesteuerte Fräse. Foto: HwK

Länger dienende SaZ profitieren besonders von den Möglichkeiten der Berufsförderung durch die Bundeswehr. Aber auch für die kürzer Dienenden, die ohne Eingangsberuf zur Bundeswehr gehen, hat das BzBwWi ein Modell entwickelt – in Zusammenarbeit mit den Fachverbänden des Handwerks und den zuständigen Stellen im Bundesministerium der Verteidigung. Dieses ermöglicht eine auf nur 15 Monate verkürzte Ausbildung in einem von vier Handwerksberufen, die zu etwa gleichen Teilen in einem regulären Lehrbetrieb und den überbetrieblichen Bildungszentren des Handwerks erfolgt.

„Wir machen dabei keine Abstriche bei den Prüfungsanforderungen, entsprechend hoch liegt die Hürde für die Soldaten, die sich einem Eignungstest unterziehen müssen“, betont HwK-Präsident Karl-Heinz Scherhag, der vor zehn Jahren gemeinsam mit dem damaligen Verteidigungsminister Rudolf Scharping das erste „Beratungszentrum Bundeswehr-Handwerk bei der Handwerkskammer Koblenz“ in Bonn vorgestellt hatte. Inzwischen haben die Teilnehmer der zweiten Gruppe die Gesellenprüfung erfolgreich abgelegt – damit das Modell aus der Pilotphase geführt – und bereichern die Unternehmen als Fachkräfte.

Informationen unter Tel.: 0261/ 398-165, Fax: -996, E-Mail: Diese E-Mail Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, Sie müssen Javascript aktivieren, damit Sie es sehen können

Stand: 29.07.2009